RobOTTO und Robotino gewinnen in Magdeburg

Chancenlos war das eigene Team im Festo Logistics Wettbewerb im Rahmen der RoboCup German Open 2010 in Magdeburg. Es gewann das Team RobOTTO, das sich in den letzten Monaten intensiv auf diesen Ausscheidungswettkampf für Singapore vorbereitet hatte.

 


Das Team „RobOTTO“ der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Christian Deppe – Teamleiter / Logistik
Alexander Ratei – Webmaster / Logistik
Matthias Kliche – Computervisualistik
Magnus Hanses – Mechatronik
Stefan Kunnewurf – Mechatronik
Christoph Lerez – Mechatronik
Nicole Schmidt – Mechatronik
Erik Sommer – Mechatronik
Michael Schiefer – Mechatronik

Wir (FD) haben den Leiter des Teams RobOTTO (CD) während des Wettkamps interviewt.


FD:
Herr Deppe,
Sie studieren an der Hochschule Magdeburg und sind mit Ihrem Team hier Teilnehmer des Festo Logistics League Wettbewerbs bei der RoboCup German Open. Was studieren Sie?

CD:
Wirtschaftsingenieurwesen Logistik im 8. Semester. Jetzt hätte ich fast Wirtschaftsinformatik gesagt.

FD:
Oh – Auf diesen Beinahe-Versprecher kommen wir sicher noch einmal zurück.

Herr Deppe: Was hat sie bewegt, an diesem Wettbewerb teilzunehmen?

CD:
Der Anspruch, einen autonomen logistischen Algorithmus zu schreiben, der viele unbekannte Probleme autark angeht und eine komplexe Aufgabe, wie sie hier im Wettbewerb gestellt ist, lösen kann.


FD:
Sie haben die extrem kurze Vorbereitungszeit genutzt, ein Team zu finden, Experimente zu machen und für vieles mehr. Was waren die größten Herausforderungen in der Vorbereitung auf diesen Wettbewerb?


CD:
Die Lösung der Wettbewerbsaufgabe findet ja auf drei Ebenen statt: Zum einen die Mechanik und Robotik, Mechatronik, Fragen der Ansteuerung der Motoren.
Zum zweiten die Informatik. Wir brauchten ein Framework, über das die Algorithmen abgespielt werden können. Besondere Anforderung dabei war die Notwendigkeit, dass ja die Roboter miteinander reden können müssen.
Und drittens der Algorithmus, über den die Roboter die Aufgaben lösen und dabei die Regeln einhalten können. Weil wir im Prinzip bei Null anfingen, mussten diese Bereiche und die Kompetenzen zunächst getrennt entwickelt werden. Die Zusammenführung der einzelnen Lösungs- und Kompetenzbereiche in absolut knapper Zeit – 2 Monate! – das war die größte Herausforderung.

FD:
Jemand kam auf die Idee, hier mitzumachen. Wie hat sich das Team dann gefunden?

CD:
Das verdanken wir natürlich vor allem dem Willen und Engagement des Kommilitonen, der den Wettbewerb „entdeckte“. Dann war die Motivation bei vielen im Bekanntenkreis schnell groß. Deshalb an dieser Stelle: Vielen Dank an Fabian Wewers!

FD:
Wie wird Ihr Team und dieser Wettbewerb in der Hochschule Magdeburg wahrgenommen? Spricht man über Sie?

CD:
Auf jeden Fall. Von Beginn hatten wir die Marketingabteilung der Uni im Boot. Wir bekamen sofort Platz auf der Homepage der Universität. Campus-Radio und -TV sowie die Lokale Presse waren schnell da.
Und dann haben viele Fachbereiche und Lehrstühle schnell erkannt: „Hey – das hier ist industrieller Prozess, da lässt sich für die Hochschule Knowhow erweitern. Das ist interessant auch für andere.“ Die Hilfsbereitschaft war groß und wir bekamen schnell Hilfsangebote.

FD:
Sie haben jetzt den ersten 15 Minuten dauernden Wettkampf hinter sich. 4:0 gewonnen gegen das Festo Team. Was sind die ersten Eindrücke?

CD:
Na ja, wir haben fast 24 Stunden hier durchgearbeitet, der Frust war anfangs groß, weil wir mit ungeahnten Problemen zu kämpfen hatten wie zum Bespiel das WLAN Chaos hier in der Halle. Die Bilderkennung ist auf solch einem Event durch das ganze Drumherum schwierig. Die Erfahrung eines RoboCup Events ist für uns und auch für unsere Universität eine sehr neue, deshalb sind wir nicht zu traurig dass nicht alles funktioniert hat wie es sollte. Doch jede Sekunde war faszinierend. Schwierig ist es manchmal für uns, die Fragen aus dem Publikum zu beantworten, da es immer und immer wieder dieselben Fragen sind, weil man den Sinn des Spiels so einfach natürlich nicht erkennt. Da müssen wir noch was an der neuen Liga tun.

FD:
Was versprechen Sie sich persönlich von diesem Wettbewerb für Ihr Studion und natürlich Ihren beruflichen Werdegang?

CD:
Also erstens habe ich hier viel gelernt, was Projektmanagement in der Praxis angeht. In einem kleinen Team aus Frewilligen darf man nicht so sehr „by the book“ gehen.
Auch was die vielen Unbekannten betrifft, die in der Zusammenführung der drei Kompetenz- oder Lösungsbereiche auftauchten kann ich von einer einmaligen Erfahrung sprechen. Aus diesen Situation habe ich viel gelernt. Und wenn dann jemand kommt und sagt: „Hey, ich hab da die Lösung …“ Das ist toll!

FD:
Hätten Sie mal Lust, an den anderen Wettbewerben, z.B. den Soccer Wettbewerben teil zu nehmen ?

CD:
Nein. Da geht es mir zu sehr um kleine Strukturen, kleine fragile Bewegungsmuster und Programmteile. Als Logistiker und nicht gerade brennender Fußballfan fehlt mir da die Gesamtlogik und der Denkanreiz dahinter.

FD:
Und – fahren Sie für Deutschland nach Singapore zur Weltmeisterschaft?

CD:
Na ja: Ich denke schon!

FD:
Na dann: Danke schön!

zurück