Und der Sieger heißt: Robotino!

Überzeugender Auftritt beim Robocup in Graz


Sechs Universitäten aus Ägypten, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Schweiz und Tunesien stellten die Teams für den Festo Hockey Challenge Cup im Rahmen des Robocup Anfang Juli in Graz. Dass am Ende das deutsche Team der Universität Osnabrück gegen starke Gegner aus Kairo durch Penalty-Schießen gewann, war für die deutschen Fans toll, aber nicht das herausragende Ereignis dieses Wettbewerbs.

Endlich eine robuste Plattform
Die Erkenntnis der Teams, mit dem Robotino eine Wettkampf-Plattform gefunden zu haben, die für dieses körperintensive und schnelle Spiel bestens geeignet ist, war die wichtige Erkenntnis und entscheidend für den unglaublichen Einsatz, mit dem die Teams zur Sache gingen. Am Ende war man sich einig: „Das war wie selber spielen!“

Mit bis zu 10 km/h dribbelte der Robotino (3 je Mannschaft) mit dem Puck über das Spielfeld und überstand die härtesten Bodychecks. Nicht ein einziger Roboter klagte am Ende über ein gebrochenes Chassis oder ausgefallene Sensoren.

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Schnelligkeit reicht nicht aus
Die Regeln für den Wettkampf beschränkten die Roboter-Dimensionen in Durchmesser und Höhe. Die Dribbelvorrichtung war vorgeschrieben und garantierte grundsätzliche Chancengleichheit für alle. Freiheiten hatten die Teams in der Integration neuer Sensoren, der Auswahl ihrer Programmierwerkzeuge und der Wahl ihrer Strategie.

Neben Robustheit und Schnelligkeit bot der Robotino mit seinen mechanischen und elektronischen Schnittstellen den entscheidenden Freiraum. Es war schon spannend zu beobachten, mit welchen Mitteln die Teams immer wieder versuchten, quasi über Nacht die Plattform weiter zu entwickeln, um Spielvorteile zu gewinnen:

Das Team aus Osnabrück hatte durch eine WebCam mit Rundumsicht zunächst Vorteile. Mit nur geringem finanziellen Einsatz und unglaublicher Kreativität gelang es dem Hungarian HockeyTeam aus Budapest mit einer Eigenentwicklung über Nacht den Gegnern Paroli zu bieten.

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Das Team aus Budapest schickte seine Roboter mit einer LabView Applikation aufs Feld. Die Möglichkeit, situationsabhängig jedem der drei Spieler eine andere Strategie zu übertragen, war Ausdruck der durch das Team entwickelten besonderen künstlichen Intelligenz und anschließend von entscheidendem Vorteil.

Jede Menge Videos unter YouTube zeigen, wie schnell und realitätsnah hier Hockey gespielte wurde. Der Weg mit dem Puck vom eigenen zum gegnerischen Tor wurde oft in weniger als 4 Sekunden zurückgelegt. Die Schüsse aufs Tor waren tatsächlich als solche zu erkennen und scheiterten nicht selten nur an dem berühmten „Etwas zu genau!“ und dann „Leider nur an den Pfosten!“ (Der Blick in die Video-Welt unter YouTube lohnt sich. Stichwort „hockey challenge cup“)

Glänzende Aussichten
Der allgemeine Tenor war: „Kein Roboter-Sportwettkampf zuvor kam dem tatsächlichen Spiel mit seinen Regeln, Taktiken und seiner Dynamik so nahe wie dieser. Das war kein Stolpern, Fallen, Warten, Irren, …“ Hier zeigte sich die künstliche Intelligenz der Roboter als Spielwitz, und die Innovationskraft der Teams war als taktische Meisterleistung in kürzester Zeit erlebbar.

Falls es gelingt, diesen Festo Hockey Challenge Cup zu einem festen Teil des Robocup zu machen, dann können wir uns in den nächsten Jahren nicht nur auf spannende Weltmeisterschaften, sondern auch auf überraschende Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz und Mechatronik freuen.

Wer Kontakt zu den Teams aufnehmen möchte, kann sich unter did@de.festo.com an Festo Didactic wenden.

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